Wenn man wir wir mit offenen Augen durchs Leben geht und überall die alltägliche Verschwendung von Ressourcen sieht, welche in der heutigen westlichen Wegwerfgesellschaft geradezu durch billige Importwaren gefördert wird, dann kann man nur noch mit dem Kopf schüttelnd seines Weges gehen und an unsere Großväter denken, die z.B. noch ihre guten alten Werkzeuge fein säuberlich über die Werkbank aufgehängt, die scheinbar unnützlichsten Sachen aufgehoben und gepflegt haben. Die nicht viel hatten, aber trotzdem glücklich waren. Sie wussten den Wert einer (auch alten) Maschine, eines Schraubendrehers oder eines guten Holzstückes noch zu schätzen.
Egal ob auf der Arbeit, im Familien und Freundeskreis oder im Alltag, die Mentalität gleich alles weg zuschmeißen und schnell wieder was neues kaufen zu müssen, ist dermaßen anerzogen worden, das wir ferner schon seit Jahrzehnten Müllberge pro Kopf produzieren, denen wir langsam aber sicher nicht mehr Herr werden können. Egal ob mit den modernsten Techniken oder das von der Bundesregierung initiierte kontraproduktive „gelbe Punkt“- Projekt, welches durch zusätzliche Fahrtwege und den daraus resultierenden extra CO2-Ausstoß der Lkws, sowie den unnötigen zusätzlichen Plastikmüll durch Tüten und der Energie.- Wasserverschwendung beim Betreiben der Anlagen sowieso eher als zusätzliche Geldeinnahmequelle der Gemeinden und Länder dient, als der Natur an sich. Die Vermeidung der Müllproduktion bzw. Einfuhr von teilweise Pestizid verseuchten Produkten aus aller Welt wäre einfach wesentlich sinnvoller.
In Zeiten wie diesen, wo keinem das Geld locker in der Tasche sitzt und immer noch Gebrauchsfähiges überall in Kellern, auf Dachböden, in Scheunen ungenutzt herum liegt und mit den Jahren verrostet, da wollen wir eine Initiative ins Leben rufen, die gezielt auf diese Sachen aufmerksam machen soll. Natürlich möchten wir ebenfalls schon konkrete Beispiele nennen.
Einige Freunde des Nordisches Hilfswerk helfen gerade bei verschiedenen Wohnprojekten mit und suchen alles, was man zum Bauen und Renovieren von Häusern verwenden kann. Von Schrauben, Nägel, Dübel, Holz, bis hin zu Isolationsmaterialien wird alles gebraucht. Auch sind alte Bohrmaschinen, verschiedenste Sägen (egal ob Kreis, Stich/Hub – elektrisch oder Benzin), Zementmischer usw. sehr gerne gesehen. Ja sogar große Maschinen, wie Stapler würden wir eventuell für spätere Einsätze nehmen wollen.
Schaut also bitte mal zu Hause, in eurern Kellern, auf dem Dachboden oder im Stall nach, was ihr dort für „Schätze“ so findet. Wenn ihr etwas nicht mehr braucht, dann schreibt uns an und wir werden versuchen es so billig wie möglich zu dem Bestimmungsort zu transportieren.
Ein paar weitere Beispiele was „effektives durch das Leben gehen“ ausmacht:
Wer einmal auf einer Deponie gearbeitet oder Sperr“müll“ am Straßenrand gesehen hat, dem wird auffallen, wie viele Möbelstücke, Tische, Stühle, Lampen u.s.w. nur wenige Gebrauchsspuren aufweisen und eigentlich ärmeren Kameraden viel Freude bereiten würden. Auch hört man öfters im Gespräch mit Bekannten so manches Mal „ach, das ist so alt und muss raus“. Eine kurze Denkpause, wer eventuell dieses Teil haben möchte, ein Anruf und schon freut sich vielleicht ein anderer Bekannter über dieses „zu alte“ Sofa, Küchenausrüstung oder Badtisch. Die Möglichkeiten so seiner Gemeinschaft zu helfen sind vielseitig und eigentlich ganz simpel.
So hatte z.B. erst kürzlich eine Firma 30 Aktenordner zum Altpapier geben wollen, ein Freund rief an und schon konnten sich gleich mehrere Frreunde aus unserer Gemeinschaft über diese freuen.
Genauso erging es einem Safe, mehrere Scharniere, Renderpult und weiteren nützlichen Dingen. Auch Kleinigkeiten machen am Ende des Monats viel aus!
Ein letzter Hinweis: wer auf dem Land wohnt, könnte zu einem benachbarten Bauern gehen und zum Beispiel seine Hilfe beim Aufräumen der Scheune anbieten. Erstens freut sich dieser sicherlich über die schon lange hinausgeschobene Arbeit, das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen uns und der Dorfgemeinschaft wird gefördert, außerdem kann bei dieser Gelegenheit noch höflich nachgefragen, was der Bauer eventuell nicht mehr von seinen Sachen haben möchte. Alte Gerätschaften, ein Gerüst, Metall und noch gute Holzlatten konnten so bereits organisiert werden.
Wer groß hinaus möchte, fängt am besten erstmal klein an. Wo könnte es besser sein, als lokal anzufangen und danach regional weiterzumachen? Man lernt unheimlich viele nette Leute kennen und bei harter Arbeit kommt man sich bei so manchem „Schwätzchen“ sehr schnell näher, redet über den Alltag, das Leben und natürlich irgendwann kommt man zur Politik. Gemeinsame Arbeit ist wie Sport ist extrem vertrauensbildend – vorausgesetzt man macht sie ordentlich.
Also nicht lange nachgedacht, vielleicht fällt Dir ja bereits jetzt was passendes ein, was Du erst kürzlich „aufgeschnappt“ hast?! Viel Erfolg.. und ran an die Arbeit!